Schloss Dresden

Begleitdokumentation über den Wiederaufbau des Dresdner Schlosses
2018/ 80min
Regie: Ralf Kukula

Nachdem 1985 der Startschuss zum Wiederaufbau des Dresdner Schlosses gegeben war, drehte sich 1986 der erste Baukran in der gewaltigen Ruine, die Honeckers Genossen in den Jahrzehnten zuvor mehrfach dem Erdboden gleichmachen wollten.
Nicht nur aufgrund der Laufzeit, sondern auch mit geschätzten 350 Millionen Euro Baukosten ist es die größte Baustelle des Freistaates Sachsen. Während der gesamten bisherigen Bauzeit verfolgten Kamerateams – anfangs vom DEFA-Trickfilmstudio, seit 1991 von Balance Film – den Bauablauf und schufen eine der weltweit größten Dokumentationen dieser Art. Aus dem umfangreichen Fundus soll nun ein einstündiger Film auf die Höhepunkte des Wiederaufbaus zurückblicken.
Die „Klammer“ des Films bilden die verschiedenen Ausstellungen/Museen des Schlosses heute (beispielsweise der Kleine Schlosshof, die Türckenkammer, der Riesensaal, das Grüne Gewölbe, der Große Schlosshof (mit Sgraffito und Altan), der Hausmannsturm mit Turmuhr oder die Schützkapelle mit dem seltenen Schlingrippengewölbe). Von diesen gehen wir auf eine Zeitreise zurück bis in die Vorkriegszeit (mit Archivbildern von Ernst Hirsch) und entdecken die Geheimnisse alter Gewerke und Gemäuer.

Wir haben unsere vier Protagonisten über viele Jahre bei allen Arbeitsstufen (Recherchen, Entwürfe, Proben, Ausführungen, Vorführungen usw.) begleitet. Keiner ist von Hause aus Restaurator bzw. „Sgraffitomaler“, aber sie haben die meiste Zeit ihres Berufslebens im Dresdner Schloss verbracht. Nach über 25 Jahren werden nun die letzten Sgraffitis gekratzt. Solch einen langen Zeitraum Revue passieren zu lassen ermöglicht auch persönliche Sichten und Emotionen. Siegfried Wunderlich musste aus gesundheitlichen und Altersgründen kürzlich aufgeben. Peter Gabriel, auch schon im Rentenalter, müht sich noch tapfer am Krückstock auf das Baugerüst. Matthias Zahn ist inzwischen Chef eines rund 10 Personen starken Teams, zu dem auch Martin Wolf mit 77 Jahren immer noch zählt. Gepaart mit den O-Tönen der Vergangenheit – es gab auch Phasen ohne Arbeit und Perspektive – ergibt sich ein selten so detailreiches rundes Bild.